Nach den extravagant geschnittenen
Midi- und Big-Towern der
Phantom-Serie bringt NZXT nun mit
der Switch-Serie eine neue Linie auf
den Markt, die zwar deutlich
zurückhaltender gestaltet ist, ihre
Herkunft aus der US-amerikanischen "Gaming
Armor"-Schmiede jedoch nicht
verleugnen kann. Auch das Switch 810
verfügt über die typischen schrägen
Kanten und die Farbkontraste, die
NZXT-Gehäuse aus der breiten Masse
hervorheben, auch wenn sie hier
nicht ganz so deutlich die Blicke
auf sich ziehen wie bei der
Phantom-Serie.
Das bedeutendste Gestaltungselement
beim Switch 810 ist das über die
Front und den Deckel verlaufende
breite Band aus hochglänzendem
schwarzen Kunststoff, der gegenüber
dem umgebenden matten und gummierten
Kunststoff um einige Millimeter
erhaben ist. Die Seitenwände
bestehen wiederum aus glattem,
schwarz lackiertem Stahl.
Eins weiteres der typischen
NZXT-Designmerkmale befindet sich an
der linken Seitenwand - dort ist das
Gehäuse mit einem trapezförmigen
Fenster ausgestattet, welches einen
großen Teil der Seitenwand einnimmt
und einen großzügigen Blick auf den
Innenraum freigibt. Dementsprechend
ist der Innenraum auch weiß
lackiert. Damit dort Ordnung
herrscht, hat NZXT besonders viel
Platz zwischen rechter Seitenwand
und Mainboardtray vorgesehen, um
dort Kabel verstecken zu können - 23
Millimeter Platz an dieser Stelle
sind keine Selbstverständlichkeit.
Weitere Besonderheiten sind die
Frontanschlüsse, die über den
Laufwerksschächten an der Front
hinter einer eigenen Klappe
verborgen sind und aus je zwei
USB-2.0- und USB-3.0- und
Audio-Anschlüssen bestehen. Des
Weiteren gibt es dort einen
SD-Kartenleser sowie einen
Reset-Taster und einen Schalter, der
an der Rückseite des Gehäuses zwei
weiße LEDs schaltet. Diese können in
dunklen Räumen für bessere Sicht
beim Anschließen von Geräten an der
Gehäuserückseite sorgen.
Neben dem besonderen Design und der
Ausstattung zeichnet sich das Switch
810 jedoch vor allem auch durch das
unglaubliche Platzangebot im Inneren
aus. Es verfügt zwar nach außen -
untypisch für Big-Tower - nur über
vier 5,25-Zoll-Slots, von denen
einer durch eine Docking Station für
Festplatten belegt ist, bietet aber
für intern verbaute Geräte so viel
Platz wie kaum ein anderes Gehäuse.
Damit einher geht auch eine
hervorragende Eignung für intern
verbaute Wasserkühlungen, doch dazu
später mehr.
Das Gehäuse bietet nicht nur Platz
für Full-ATX-Mainboards, darüber
hinaus können auch wesentlich
größere Platinen in den Formaten
E-ATX, XL-ATX sowie SSI EEB/CEB
problemlos verbaut werden. Im
Mainboardtray gibt es eine große
Aussparung, die in den meisten
Fällen den Ausbau des Boards für
einen Kühler- oder CPU-Wechsel
obsolet macht. Passend zu den großen
Formfaktoren verfügt das Gehäuse
auch nicht nur über die üblichen
sieben Erweiterungsslots für
Steckkarten, sondern über neun.
Wie mittlerweile üblich wird das
Netzteil unterhalb des Mainboards am
Gehäuseboden montiert und hat seine
eigene Frischluftzufuhr, was für
eine maximale Effizienz des
Netzteils sorgt und die Entlüftung
im Gehäusedeckel vereinfacht. Des
Weiteren ist es dadurch möglich,
Triple-Radiatoren mit 120- oder
140-mm-Lüftern mit bis zu 90 mm Höhe
inklusive Lüftern zu verbauen. Dazu
kommt noch die Möglichkeit, einen
140-mm-Single- oder
240-mm-Dual-Radiator am Gehäuseboden
hinter dem Netzteil unterzubringen,
wenn man auf den unteren der beiden
HDD-Käfige verzichtet.
Apropros HDDs: Es gibt, neben dem
Steckplatz in der Docking Station,
zwei werkzeuglos herausnehmbare
Käfige, in die jeweils drei
3,5-Zoll-Festplatten eingebaut
werden können. Der von außen
zugängliche HDD-Steckplatz
unterstützt zusätzlich auch
2,5-Zoll-Laufwerke ohne weiteres.
Selbst ohne diese Käfige zu
entfernen, bietet das Switch 810
mehr als genug Platz für die meisten
Grafikkarten: Lässt man die an den
HDD-Käfigen zur Belüftung der Karten
montierbaren Lüfter komplett weg,
beträgt die maximale Baulänge satte
375 mm. Montiert man die Lüfter,
sind es noch 350 mm, schwenkt man
diese zusätzlich maximal den Karten
entgegen, bleiben immer noch 285 mm
übrig, was für Single-GPU-Karten aus
dem High-End-Segment weiterhin
ausreicht. Hier müssen also dank des
Platzangebotes keinerlei Kompromisse
eingegangen werden.
Wie bereits erwähnt gibt es, so wie
auch bei der Phantom-Serie, die
Möglichkeit zur Befestigung von 120-
oder 140-mm-Lüftern direkt an den
HDD-Käfigen. Dadurch kann der
Luftstrom von der Front über die
Laufwerke bis zu CPU-, Chipsatz-,
RAM- oder VGA-Kühler verstärkt
werden. Es ist dabei möglich, den
Lüfter bis zu 20° nach oben
abzuwinkeln, um entsprechende
Komponenten anzublasen.
Zwar nimmt das Switch 810 keine 200-
oder gar 230-mm-Ventilatoren auf -
dafür passen aber in Front, Heck,
Boden und Deckel bis zu acht Lüfter
im 120- oder 140-mm-Format. Zählt
man die Lüfter an den HDD-Käfigen
noch hinzu, wird die verbaute
Hardware maximal von satten zehn
Lüftern gekühlt. Jeder einzelne der
Lüfter-Einbauplätze ist sowohl mit
120-mm- als auch mit 140-mm-Lüftern
kompatibel. Vorinstalliert sind je
ein 140-mm-Exemplar in Front, Heck,
Deckel und Innenraum, es bleiben
also im Serienzustand noch sechs
Einbauplätze frei.
Die Lufteinlässe am Boden und hinter
der Front sind selbstverständlich
mit Staubfiltern ausgestattet. Diese
sind alle vom außen zugänglich, am
Boden in Form von je einer flachen
Schublade vorne und hinten und an
der Front in Form einer Klappe,
welche den unteren Teil der
Gehäusefront bildet. Der Luftauslass
im Gehäusedeckel ist mit Klappen
versehen, die NZXT "Hybrid Fins"
nennt - sie können verschlossen
werden, damit das Gehäuse leiser
wird und kein Staub von Oben ins
Gehäuse gelangt.
Egal ob es eine Luftkühlung oder
Wasserkühlung sein soll, egal
wieviele Grafikkarten oder
Festplatten verbaut werden sollen -
im Switch 810 wird es keine
Platzprobleme geben. Auch was die
Ausstattung angeht, spielt das
Gehäuse ganz oben in der ersten Liga
mit.
Hinweis: Die Beleuchtung auf den
Fotos wurde mithilfe optionaler
Kathoden verstärkt.
Technische Details:
- Maße: 235 x 595 x 585 mm (B
x H x T)
- Material: Stahl
- Gewicht: 9,1 kg
- Farbe: schwarz (glänzend)
- Formfaktor: E-ATX, XL-ATX,
ATX, Micro-ATX, Mini-ITX, SSI
EEB, SSI CEB
- Lüfter insgesamt möglich:
2x 120 / 140 mm (Front)
1x 120 / 140 mm (Heck)
2x 120 / 140 mm (HDD-Käfig)
3x 120 / 140 mm (Deckel)
2x 120 / 140 mm (Boden)
- Davon vorinstalliert:
1x 140 mm (Front)
1x 140 mm (Heck)
1x 140 mm (Deckel)
1x 140 mm (HDD-Käfig)
- Filter: Netzteil, Boden,
Front
- Laufwerksschächte:
4x 5,25 Zoll (extern,
werkzeuglos, 1x durch
Hot-Swap-Docking-Station belegt)
6x 3,5 Zoll (intern,
werkzeuglos)1x 3,5 / 2,5 Zoll (Hot-Swap-Docking-Station,
statt 1x 5,25 Zoll)
- Netzteil: 1x Standard ATX
(optional)
- Erweiterungsslots: 9
- I/O Panel:
2x USB 3.0
2x USB 2.0
1x je Audio In/Out
1x SD-Kartenleser
- Maximale Grafikkartenlänge:
375 mm (mit Käfig ohne Lüfter)
- Features:
2x USB 3.0 im I/O-Panel
4x Lüfter vorinstalliert
Verschließbarer Luftauslass im
Deckel
HDD-Käfig herausnehmbar
Werkzeuglose Montage
White LEDs an der
Gehäuserückseite
Kabelmanagement
Kartenleser
Staubfilter